Nähgewichte: Dinge, die die Welt nicht braucht. Denkste!

Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich den Auspruch aus der Überschrift getätigt habe, als ich ausschließlich Taschen genäht habe.

Worum es geht, möchtest Du wissen? Um Nähgewichte.

Bevor Dich jetzt das spontane-Langeweile-Koma ereilt: Es sind wirklich nützliche kleine Dinger (was ich nicht glauben wollte!).

 

Nähgewichte sind beim Übertragen von Schnittmustern sehr nützlich

Als ich mich nähtechnisch den Klamotten zuwandte, stolperte ich im Netz über Nähgewichte und konnte erstmal gar nichts damit anfangen. Als ich das erste Oberteil für unsere Jüngste in einem Nähkurs nähte, lagen da welche rum und so langsam bekam ich eine Ahnung.

Angefixt vom Klamottennähen ging es dann zu Hause weiter und dann kam DER Tag, an dem ich begriff: Auf einen Jerseystoff ein Schnittmuster zu übertragen ist ohne Nähgewichte GRAUENHAFT. Alles mögliche stellte und legte ich zur Fixierung auf das Schnittmusterpapier, was aber aber dann eher wie Slalomfahren und weniger wie Anzeichnen war.

Natürlich findet man ohne Ende Schnittmuster unf Formen und Größen für Nähgewichte. Allein das Füllmaterial könnte ein abendfüllendes Thema sein.  Die meisten Empfehlungen lauten dass man Sand oder Reis zum Füllen verwenden kann/soll/muss. Ich konnte mich aber mit beidem nicht anfreunden.

Stoff- und Webbandreste bekommen so eine Bestimmung

Füllung

Im Folgenden wirst Du bestimmt denken, ich sei verrückt, denn womit ich die Säckchen fülle ist schon etwas speziell.

Ich fragte meinen Mann, was kleinkrümelig und schwer ist  und nicht schlecht oder gammelig werden kann. Ganz der Hobbyheimwerker kam zur Antwort “das Zeug, dass man zum Sandstrahlen nimmt”. Aha! Ich habe mich dann bei meinem Dealer des Vertrauen (der von A bis Z) schlau gemacht und

  • 25 kg Strahlmittel /Strahlgut /Strahlsand
  • granulierte Kupfersilikatschlacke nach ISO 111 26 N/CSuG

bestellt.

Naja, das mit den 25 Kg war ein wenig so wie bei Loriot, wo eine Palette Senf viel günstiger war, als ein paar Gläser. Ich wußte gar nicht, wieviel 25 Kg kleinkrümelig so sein können (**hüstel**).

Man könnte ja auch welche verkaufen. Wenn ich je Nähgewicht circa 150 g einfülle, dann kann ich reichlich Nähgewichte verkaufen 🙂 .

Achtung! Dieses Füllmaterial sollte auf keinen Fall in die Hände von Kleinkindern oder Haustieren geraten!

Tipp

Ich habe festgestellt, dass als Anzahl 5 eher etwas wenig ist. 6 Gewichte oder gar 8-9 ist da besser, aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache. Bei Kinderkleidung kommt man natürlich mit 5-6 Gewichten gut aus, aber ich habe nun auch schon ein paar Sachen für mich gemacht, wie z. B. mehrer Longshirts und da fand ich mehr einfach praktikabler.

einfach los nähen!

Ein echtes Schnittmuster braucht man da ja nicht wirklich, wenn einem viereckige genügen. Ich habe einfach zwei Quadrate von von 10 cm x 10 cm genommen und rechts auf rechsts einmal drum herum – Wendeöffnung nicht vergessen – zugenäht. Gefüllt, Wendeöffnung geschlossen und fertig. Wer möchte kann, wie im Foto zu sehen, noch ein kleines Stück Webband als Schlaufe mit einsetzen. Ist eigentlich nur etwas für die Optik, erleichtert aber das Wenden durch die kleine Wendeöffnung aber ungemein.

So, ich hoffe ich konnte eine Lanze für die kleinen Schwergewichte brechen.

 

Herzlichst,

Deine Natalie

 

PS: ich grübele jetzt schon länger darüber nach, ob vielleicht ein langes (ca.30 cm) und schmales Nähgewicht beim Klamottennähen hilfreich wäre.

Falls Du es mal ausprobierst, würde ich mich sehr über eine Rückmeldung von Dir freuen.

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