Cordstoff & Buchschrauben

Seit letztem Jahr habe ich eine Bucketlist. Zugegeben, hauptsächlich in meinem Kopf, aber es gibt sie. Auf ihr stehen ganz profane Dinge, die ich ausprobieren oder kennenlernen möchte. Für dieses Jahr stand z. B. Steak braten darauf. Ich konnte bisher kein Steak braten, bzw. dachte ich das und habe es daher immer meine bessere Hälfte machen lassen. Als dieser aber dann mit unseren „drei Damen vom Grill“ bei seinen Eltern war, nutze ich die Gunst der Stunde und übte.

Ein weiterer Punkt auf der Liste wurde nun ebenfalls abgearbeitet: Buchschrauben. Sie liegen schon lange in einer meiner unzähligen Nähkisten und fanden einfach keine Verwendung. Gut, hauptsächlich lagen sie auch da so rum, weil ich manchmal einfach nur den richtigen Schubs brauche. Dieser ereilte mich nun.

Ich war mal wieder auf Pinterest unterwegs (die wollen bald, dass ich bei denen einen Zweitwohnsitz anmelde) und da stolperte ich über das Nähzimmer mit Herz , genaugenommen über die Tasche aus Cord . Cord lockte mich schon etwas länger und als ich dann die Lederträger sah, die ebenfalls schon ewig bei mir rumliegen, formte sich in meinem Kopf die Idee, diese Tasche nachzunähen, aber die Träger nicht anzunähen, sondern zur Befestigung die Buchschrauben zu verwenden. Dank dem Holländischen Stoffmarkt und Etsy kaufte ich mir zwei verschiedene Cordstoffe zusammen (hier wich ich etwas vom Schnittmuster ab) und los ging es.

Der Witz an der ganzen Geschichte ist, dass ich gar nicht so ein große Tasche haben wollte, eigentlich tüftelte ich gerade an einer Tasche für mich, die deutlich (!!!) kleiner sein sollte, eben weil unsere Mädels mittlerweile so groß sind, dass ich nicht mehr den gesamten Hausstand dabei haben muss. Aber vielleicht kennst Du das Problem bei Taschen auch: gesehen – schockverliebt -ferngesteuert.

Bei meiner Variante dieser Tasche habe ich ein paar wenige Veränderungen vorgenommen.

Der Innenstoff ist ganz einfacher Nesselstoff. Ich nehmen am liebsten helle Innenstoffe, damit ich alles besser finde. Dieser passte und war in ausreichender Menge vorhanden. Damit der helle Stoffe aber nicht so heftig vom Cord absticht, habe ich ihn nicht bis zur oberen Kante verwendet, sondern knapp 10 cm weniger und diese wiederum durch den grauen Cord ersetzt; also an den Nesselstoff angesetzt.

Ohne Innenfächer geht es bei mir gar nicht und schon gar nicht bei einer so großen Tasche mit der man quasi spontan das Land verlassen könnte. Das Fach auf dem vorletzten Foto der Galerie ist ein kleineres Fach, wo ich meine IT-Karte und meinen Büroschlüssel aufbewahre. Ihr gegenüber (sieht man leider nicht) befindet sich ein größeres Fach, für mein Handy.

Anstelle des grauen Cord habe ich den hellgrünen/mintfarbenen für den Seitensrteifen genommen. Ich weiß gar nicht, wie man den richtig nennt. Auf jeden Fall den Streifen, der der Tasche die Tiefe gibt.

Seit ich auch für mich selber nähe, verstehe ich den Spruch „der Schuster hat die schlechtesten Schuhe“. Wenn ich für jemand anderen nähe, bin ich nahezu pedantisch und gebe auf alles acht. Für mich selbst: Fehlanzeige. Deshalb ist es mir auch passiert, dass ich vergessen habe, die Löcher für die Buchschrauben zu verstärken. Zack, zack fertig werden. Tja, als ich meine Tasche dann das zweite ausführte machte sich einer der Träger selbständig, da die Buchschraube durch den Cordstoff gerutscht ist. Also bitte beachten: Die Löcher unbedingt verstärken!

Um der Faulheit die Ehre zu geben, hatte ich natürlich keine Luste die Wendeöffnung wieder öffnen, die Tasche umzudrehen, aufzuklappen und dann die Löcher mit Vlieseline o. ä. zu verstärken. Da war die Sache mit Schuster’s Schuhen wieder . . .  . Ich habe es mir etwas einfacher gemacht und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Ich habe einfach mit meiner Lochzange zwei Löcher in entsprechendem Abstand in diese Lederrechteckte gemacht und die Buchschrauben wieder neu eingesetzt. Das hält ganz wunderbar und ich finde, es sieht auch nicht schlecht aus. War schnell erledigt 🙂 .

Was man bei der Ursprungstasche ebenfalls so nicht findet ist die Verschlussmöglichkeit mit Hilfe eines Kam Snaps. Üblicherweise befestige ich diese an der langen Seite, wie Du es wahrscheinlich von vielen anderen Taschen auch kennst. Ich habe mich aber an eine Tasche von Pattydoo erinnert, hier wurde die Tasche zwar mit Hilfe von Karabinern geschlossen, aber den gewünschten Effekt konnte ich auch mit dem Kam Snap erreichen (siehe folgendes Foto).

 

Durch die Befestigung des Druckknopfs an den Seiten bekommt die geschlossene Tasche eine „beutelige“ Form.Mir gefällt das ganz gut, weil die Tasche dann nicht mehr ganz so arg riesig aussieht.

Zu guter Letzt sei noch das Leder-Label erwähnt. Ganz ehrlich: 20 Sekunden Arbeit. Lederstück auf die Hälfte klappen, halbes Herz ausschneiden, aufklappen, draufnähen -FERTIG!!! [Auch wenn ich das Label erst jetzt erwähne, beim Nähen muss es natürlich nach dem Zuschneiden aufgenäht werden.]

Also, wenn Du mal schnell das Land verlassen musst, mit dieser Tasche kein Problem 🙂

 

herzlichst

Deine Nati

2 Kommentare

  • Manja

    Ja, liebe Natalie. Die Tasche passt zu Dir wie… (Den Satz beende ich an dieser Stelle nicht, aber Du weißt, was ich meine). Tja, wem sagst Du das mit dem Schuster. Mir geht es genauso. Und die Lösung mit der Verstärkung ist genial.

    • Natalie Bolte

      Hallo Manja, vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich freue mich, dass Du meine Seite immer mal wieder besuchts 🙂 . Mittlerweile habe ich mich auch an die Größe der Tasche gewöhnt 🙂 .

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.